
Mit ihrem Buch »Kampfzone Ossola« rücken die beiden Schweizer Historiker Raphael Rues und Andrej Abplanalp ein oft vergessenes Kapitel des Zweiten Weltkriegs ins Licht: den Partisan*innenkampf rund um das Städtchen Domodossola. Auf rund 1800 Quadratkilometern bekämpften sich zwischen 1943 und 1945 einheimische Partisan*innen, italienische Faschisten und deutsche Besatzungstruppen. Dass die nahe Schweiz dabei alles andere als neutral war, zeigen die Geschichten zahlreicher Protagonist*innen, welche minutiös dokumentiert werden.








Die italienische Resistenza war vielfältig. Es kämpften dort Frauen und Männer verschiedenster Schichten, aber auch unterschiedlicher Herkunft. Wenig bekannt ist, dass sich den Partisanen auch Menschen aus Afrika angeschlossen haben. In einem Beitrag aus der historischen Reihe „Zwischenfälle“ wird die Geschichte einer Gruppe nach Italien verschleppter Äthiopier erzählt, die sich befreien konnten und sich einem Partisanen-Bataillon in den Marken anschlossen. Einer von ihnen: Carlo Abbamagal. Er schloss sich der Banda Roti an, eine der ersten Partisanen-Formationen Italiens, die an den Hängen des Monte San Vicino, in der Provinz Macerata gegen die Faschisten kämpften.