„Geschenkt wurde uns nichts“

Dokumentarfilm über italienische Partisaninnen
6. April 2017 | 18.30 Uhr | E-Werk Kino Erlangen
| Fuchsenwiese 1

In Kooperation mit dem E-Werk zeigt das Frauenzentrum Erlangen am 6. April im Kino des E-Werks den Dokumentarfilm „Geschenkt wurde uns nichts.“ Der Film begleitet die ehemalige Partisanin Anita Malavasi sowie zwei ihrer Genossinnen, Pierina B. und Gina M., und schildert aus deren Perspektive ihren Widerstand während des Zweiten Weltkrieges.

Vor Beginn des Films um 19.00 Uhr wird Heike Herzog, die die Filmarbeiten als Dolmetscherin begleitet hat, ab 18.30 Uhr einleitende Worte zum Film sagen.

Annita Malavasi Annita Malavasi

Crowdfunding-Kampagne

„Geschenkt wurde uns nichts“ begleitet die ehemalige Partisanin Annita Malavasi sowie ihre zwei Genossinnen Pierina Bonilauri und Gina Moncigoli und beschäftigt sich mit dem italienischen Widerstand im Zweiten Weltkrieg aus der Perspektive dieser Frauen. Der 58-minütige Dokumentarfilm hatte seine Deutschlandpremiere Ende 2014 und lief erfolgreich auf rund 30 Festivals im In- und Ausland. Bislang wurde er 13 Mal ausgezeichnet.
Jetzt soll für „Geschenkt wurde uns nichts“ eine DVD-Box erstellt werden. Da das Filmprojekt größtenteils aus Eigenmitteln finanziert wurde und die Schulden aus der Filmproduktion noch nicht abbezahlt sind, versuche der Filmemacher mit einer Crowdfunding-Kampagne das nötige Geld aufzutreiben. Es werden dringen Unterstützer*innen gesucht.

Weitere Infos: https://www.kickstarter.com/projects/712197499/dvd-release-geschenkt-wurde-uns-nichts

„Partigiana. Sempre!“

 partigiana_berlinZeitzeuginnenveranstaltung mit Giacomina Castagnetti

Videodokumentation der Veranstaltung

Die Veranstaltung fand statt in Berlin am 5. April und in Hamburg am 7. April 2016

Die heute 90jährige Giacomina Castagnetti stammt aus einer antifaschistischen Familie der Emilia Romagna in Italien. Sie sammelte als 15jährige bereits Spenden für die „Rote Hilfe“ (Soccorso Rosso), einem klandestinen kommunistischen Hilfsnetzwerk, das in der Zeit der faschistischen Diktatur verfolgte Antifaschist_innen und ihre Familien unterstützte. Nach dem 8. September 1943, dem Beginn der deutschen Besatzung Italiens, trat sie der Resistenza bei und kämpfte in der Po-Ebene in den Verteidigungsgruppen der Frauen (Gruppi di difesa della donna).

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Lia Finzi über Faschismus und deutsche Besatzung in Venedig

Lia Finzi

„Ich war ein ganz normales Mädchen, nicht mehr und nicht weniger“

Lia Finzi (Jg. 1928) ist stellvertretende Präsidentin des Instituts für Widerstand und Zeitgeschichte in Venedig (IVESER).
Sie hat die Shoa im Exil überlebt.
Als mit der deutschen Besetzung Venedigs im September 1943 die Deportation jüdischer ­­Ital­ienerInnen in die Vernichtungslager begann, musste auch sie ihre Geburtsstadt verlassen. Sie flüchtete mit ihrem Vater und ihrer Schwester in die Schweiz, was etwa 5.500 ­italienischen Juden gelang.

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Die Stafette „Libertà“ Giovanna Quadreri

Giovanna Quadreri
Giovanna Quadreri (Jg. 1928) 1945 und 2006, Reggio Emilia

„Wenn wichtige Informationen überbracht werden mussten“

Giovanna Quadreri war 16 Jahre alt, als sie sich im September 1944 der Partisaneneinheit „Gufo Nero“ (schwarze Eule) im Apennin anschloss. ­
Als Ortskundige bekam sie die Aufgabe, junge Männer, die sich nicht der faschistischen Armee anschließen wollten, sicher in die Berge zu den Partisanen zu bringen. Dabei legte sie bis zu 80 km am Tag zu Fuß zurück. Sie war auch im Einsatz, um Anschläge vorzubereiten und Informationen zu überbringen. Eine ihrer wichtigsten Aktionen war die Beteiligung an dem Angriff auf Albinea, der Nachrichtenzentrale für die gesamte deutsche Armee in ­Norditalien.

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Laura Polizzi über das Frauenbild nach 1945

Laura „Mirka“ Polizzi in den 1950er Jahren auf einer Wahlveranstaltung
Laura „Mirka“ Polizzi in den 1950er Jahren auf einer Wahlveranstaltung

„Du musstest gleichzeitig Hausfrau, Partei­funktionärin, Mutter sein …‘‘

Laura „Mirka“ Polizzi kämpfte in der Resistenza, dann arbeitete sie als Funktionärin der Kommunistischen Partei (PCI). Der PCI hatte den höchsten Frauenanteil unter den Parteien, auch innerhalb der Führungspositionen. Dennoch hielt er am traditionellen Frauenbild und bürgerlichen Geschlechterverhältnis fest. Im Partisanenverband ANPI war Polizzi Vorsitzende der Frauensektion und Teil des Vorstands auf nationaler Ebene.
Am 22. Januar 2011 ist Laura Polizzi mit 86 Jahren in ihrer Wohnung in Parma gestorben. „Forza, non è finita“ – „Vorwärts, es ist nicht vorbei!“, hieß es bei ihrer Beerdigung.

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„Obenauf die Kartoffeln, darunter die Munition‘‘

Giacomina Castagnetti

Vom täglichen Widerstand einer Partisanin

Giacomina Castagnetti (Jg. 1925) stammt aus einer antifaschistischen Familie. Schon als Kind wird sie somit politisiert. Als 1940 Italien an der Seite Deutschlands in den Zweiten Weltkrieg ­eintritt, schreibt sie sich – 15jährig – in die Kommunistische Partei ein. Nach dem Waffenstillstand mit den Alliierten am 8. September 1943 schließt sie sich dem Widerstand an.

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Annita Malavasi: „Ich muss weiter kämpfen!“

Laila
Annita Malavasi bei einem Zeitzeuginnengespräch 2006

Für viele Männer und Frauen der Resistenza hörte der Kampf nicht mit dem 25. April1945 auf. Frauen wie Annita „Laila“ Malavasi  wollten nicht in das traditionelle Frauenleben ­zurückkehren. Sie engagierten sich sozial und politisch in der ­italienischen Nachkriegsgesellschaft.

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„Einen Strich für jedes Militärfahrzeug“

Annita Malavasi

Annita Malavasi war Kommandantin einer Antispionageeinheit

Annita Malavasi (1921-2011) ist 22 Jahre alt, als sie in Kontakt mit dem Widerstand kommt. „Wir wohnten in einem Arbeiterviertel, wodurch ich mit Leuten politisch diskutierte, die viel weiter entwickelte Ideen hatten und schon viel stärker politisiert waren als ich. Da ihr Freund in der Bergregion lebt, ist Annita Malavasi oft dorthin unterwegs. Den dort operierenden Partisan_innen fällt das auf: „Sie fragten mich, ob ich Waffen, Informationen, Lebensmittel usw. transportieren könnte. Das habe ich dann auch gemacht.“

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„In den Untergrund zu gehen, war wie eine Beförderung“

Laura PolizziLaura „Mirka“ Polizzi war Politkommissarin in der Resistenza

Laura Polizzi stammt aus einer antifaschistischen Familie aus Parma. Politisiert wird sie durch ihre Onkel, die Führungspositionen in der Kommunistischen Partei (PCI)
einnehmen. Sie selbst tritt als Partisanin unter dem Decknamen „Mirka“ der Resistenza bei.

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Wir werden die Stadt nicht verlassen!

Elena PensieriniFrancesca RollaPina Menconi

Der Frauenaufstand von Carrara am 7. Juli 1944

Scheitert die Umbenennung von Straßen ­oftmals am hartnäckigen Widerstand alter Gewohnheiten, war man sich in Carrara schnell einig. Hier wurde die sonst in nahezu jeder italienischen Stadt unverzichtbare „Via Garibaldi“ schon vor langer Zeit zum Gedenken an diesen Tag in „Via 7 luglio“ ­umbenannt. Am Marktplatz „Piazza delle Erbe“, von dem der Aufstand der Bewohnerinnen gegen die deutsche Besatzung seinen Ausgang nahm, findet sich heute eine Gedenktafel „für den siegreichen Protest der Frauen von Carrara“, die „es gewagt hatten, den Feind herauszufordern“. Auch ein Monument, seit 1974 im Zentrum der Stadt, mit dem Titel „Die Frau im Widerstand“, ist den Aktivistinnen des zivilen Widerstands ­gewidmet: Wo sonst manifestiert sich Frauengeschichte derart offensiv in der Öffentlichkeit wie in diesem als Stadt des Marmors bekannt gewordenen Ort an der ­toskanischen Mittelmeerküste?

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