Jüdin, Partisanin, frühe Feministin
Nach dem Einmarsch der Deutschen schloss sich Liana Millu der Resistenza an und wurde 1944 nach Birkenau deportiert. Sie ist Autorin mehrerer Bücher – u.a. von „Rauch über Birkenau“.
la resistenza - Faschismus und Widerstand in Italien unter deutscher Besatzung
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Nach dem Einmarsch der Deutschen schloss sich Liana Millu der Resistenza an und wurde 1944 nach Birkenau deportiert. Sie ist Autorin mehrerer Bücher – u.a. von „Rauch über Birkenau“.
„Alles begann an diesem schicksalsschweren 2. September 1938, als ich auf der Straße die furchtbare Nachricht aus dem Lautsprecher erfuhr: ‚Die jüdischen Lehrkräfte und Schüler sind ab dem kommenden Schuljahr von den öffentlichen Schulen ausgeschlossen.‘ Für einen Moment wurde der Himmel pechschwarz und alles um mich herum und in mir brach zusammen.“
Links: Liliana und Luciano Fano am 7.12.1943 in Parma. Sie wurden am 10.4.1944 in Ausschwitz ermordet Mitte: Gedenktafel im Park für die Geschwister Fano und Della Pergola in Parma (Zum Vergrößern auf die Bilder klicken) Rechts: Das Privatinstitut “De La Salle di Parma“ - Schuljahr 1942/43 (1. Reihe, fünfter v. links: Luciano Fano)
Gemäß der Bevölkerungsstatistik lebten 1938 knapp 50.000 jüdische Menschen in Italien, darunter fast 8.000, die nach Italien geflohen waren, überwiegend aus Deutschland. Die Flucht nach Italien erfolgte, weil angesichts der massiven antijüdischen Hetze die Lebensbedingungen in Italien erträglicher schienen. Bis 1938 gab es in Italien zwar keine gesetzliche Verfolgung, wohl aber antisemitische Ressentiments.
Der italienische Faschismus, wie der deutsche Nationalsozialismus, verfolgte in den Jahren seiner Herrschaft Homosexualität als „gemeinschaftsschädliches Vergehen“, später als „Verunreinigung der Rasse“.

Links: PartisanInnen nach der Befreiung Venedigs auf dem Markusplatz am 5. Mai 1945. Im Hintergrund ist der von einem Bretterverschlag geschützte Markusdom zu sehen Rechts: Am Riva dei sette martiri ist am Haus zur Via Garibaldi eine Gedenktafel für die sieben von den Deutschen erschossenen Partisanen angebracht. (Vergrößern: auf die Bilder klicken)
Der Widerstand in Venedig war durch seine einzigartige städtebauliche Situation gekennzeichnet. Das Stadtzentrum von Venedig bot nur begrenzt Raum. In den vierziger Jahren wohnten hier über 100.000 Menschen. Ab Sommer 1943 stieg die Anzahl der Einwohner weiter an, da immer mehr Menschen vor Krieg und Bombardierung flüchteten. Alle gingen davon aus, dass Venedig aufgrund seiner Kulturgüter von den Alliierten nicht bombardiert werden würde. Auch die Deutschen waren aus diesem Grund massiv in Venedig präsent. Im Sommer 1944 lebten bereits über 200.000 Personen in der Stadt.
„Wenn du keine Post bekommst, geht es mir prima“M. E. – er möchte hier nur mit diesen Initialen genannt werden – war als junger Wehrmachtssoldat während des Krieges in Afrika und Italien. In seinem Kopf haben sich die Bilder der Soldaten und ZivilistInnen eingeprägt, die vor seinen Augen gestorben sind. „Aber viel schrecklicher waren die Erlebnisse, die ich zu Hause gesehen habe. Wie Hitler gesagt hat: Wir radieren. Aber dann haben die Engländer radiert.“
Ein großer Teil der bewaffneten Widerstandsgruppen befand sich in den Bergen, wo den deutschen Truppen der Zugriff erschwert war. Doch auch in den Städten bildeten sich Gruppen, die mit allen Mitteln Widerstand leisteten …



Mario Rovinetti (rechts) im September 2002 in Marzabotto.
Renzo Bianchi ( links) während einer Stadtführung in Parma zu den Aktivitäten der SAP (Sommer 2002). Renzo Binachi ist im August 2003 und Mario Rovetti aus Marzabotto ist 2006 gestorben.
Camillo Marmiroli „Mirko“ schloss sich Anfang Mai 1944 der Resistenza an und war Vizekommandant einer Garibaldi-Brigade. Vorher nahm er als Leutnant der Infanterie in der italienischen Armee am Balkan-Feldzug teil.

Casa Ferrari – ein kleiner Weiler bei Gombio im Apennin, wurde am 3. April 1944 von der Fallschirmjägereinheit „Hermann Göring“ vollständig zerstört, Familienangehörige wurden erschossen oder zur Zwangsarbeit deportiert. Nach dem Krieg baute die Familie Casa Ferrari völlig neu auf.