Das Massaker von Sant’Anna di Stazzema

Mit den Erinnerungen von Enio Mancini

Am 12. August 2014 jährte sich zum 70. Mal der Tag des Massakers im toskanischen Sant’Anna di Stazzema, bei dem Soldaten der SS mindestens 560 Menschen, größtenteils Frauen, Kinder und Alte, ermordeten.
Zu diesem Anlass erschienen erstmals in deutscher Sprache die Erinnerungen von Enio Mancini, in denen er das Leben in dem kleinen Dorf während des Krieges, die Aufnahme der vielen Flüchtlingsfamilien und schließlich die Ereignisse des 12. August 1944 beschreibt. Mancini überlebte als Sechsjähriger mit seiner Familie das Massaker, weil ein deutscher Soldat in die Luft geschossen hatte.
Viele Historiker und Journalisten haben inzwischen über Sant’Anna di Stazzema geschrieben, aber Mancinis Bericht erzählt erstmals die Geschichte aus der Perspektive eines Augenzeugen.
Mit Beiträgen von Christiane Kohl und Maren Westermann, der juristischen Einordnung von Gabriele Heinecke sowie einer Untersuchung des Historikers Carlo Gentile.

Gabriele Heinecke, Christiane Kohl und Maren Westermann (Hrsg.)
Das Massaker von Sant’Anna di Stazzema
Mit den Erinnerungen von Enio Mancini
144 Seiten, € 19, ISBN 978-3-944233-27-7

„Eine Orgel für Sant`Anna“

Maren Westermann besuchte gemeinsam mit ihrem Mann und ihren Kindern zum ersten Mal 1998 Sant`Anna di Stazzema. Dort lernte sie den Gründer und damaligen Leiter des kleinen Museums, Enio Mancini, kennen, der das SS- Massaker am 12. August 1944 als Sechsjähriger überlebt hatte.
2001 gründete sie mit ihrem Mann die Initiative „Eine Orgel für Sant`Anna“, die unter der Schirmherrschaft der deutschen und italienischen Staatspräsidenten stand, um mit Benefizkonzerten Spenden für den Neubau einer Orgel für die kleine Dorfkirche zu sammeln, deren alte Orgel 1944 zerstört worden war. Nach insgesamt 67 Benefizkonzerten konnte die „Friedensorgel“ 2007 eingeweiht werden. Seither veranstaltet dort die eigens dafür gegründete deutsch- italienische Gesellschaft „Freunde der Friedensorgel Sant`Anna di Stazzema“, zu deren Vorstand auch die Überlebenden Enio Mancini und Enrico Pieri gehören, jeden Sommer im Juli und August Konzerte und Vorträge.
2018 wird die Friedensorgel durch ein neues Pedalregister, einen Subbass, erweitert, um so das Klangspektrum und das Repertoire zu vergrößern. Das Projekt wird durch Privatspenden, die Fondazione Cassa di Risparmio Lucca und den Deutsch- Italienischen Zukunftsfond finanziert.
2014 sind im Hamburger Laika- Verlag die von Maren Westermann übersetzten Erinnerungen Enio Mancinis mit Textbeiträgen von Christiane Kohl, Carlo Gentile und Gabriele Heinecke zur historischen und juristischen Aufarbeitung erschienen.
2016 wurden Gabriele Heinecke, Maren und Horst Westermann zu Ehrenbürgern der Comune di Stazzema ernannt.
Infos: www.organodellapace.org

Jetzt sind wir an der Reihe

Buchtitel "Jetzt sind wir an der Reihe"

Das Massaker von Cumiana und der Widerstand im Piemont 1943 – 1944

Marco Comello hat ein spannendes und anschauliches Buch über die Zeit der deutschen Besatzung in Italien während des Zweiten Weltkriegs geschrieben. Gruppiert um die Erschießung von 51 Bewohnern der Gemeinde Cumiana bei Turin durch die SS vor 60 Jahren, erzählt der Historiker die Geschichte des zwanzig Monate währenden Widerstands im Piemont.

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Archiv des Europäischen Widerstands

ERA (European Resistance Archive) ist ein online-Archiv der Widerstands­­­aktivitäten gegen Faschismus und Besatzung während des Zweiten Weltkrieges in Europa. Kern des Webportals sind Videointerviews mit Frauen und Männern, die am antifaschistischen ­Widerstand in verschiedenen europäischen Ländern beteiligt waren. 

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Hände hoch, bitte!

Hände hoch, bitteErinnerungen des Partisanen Ico

Ein junger jüdischer Partisan, Enrico Loewenthal, dessen deutsche Verwandte von den Nazis ermordet wurden, kämpft in der italienischen „Resistenza“ unter dem Kampfnamen Ico erbittert gegen italienische Faschisten und die deutsche Besatzung – lässt aber seine deutschen Gefangenen frei und führt sie im Aosta-Tal über die Grenze in die Schweiz!

Nach dem Krieg entwickelt sich zwischen ihm und einem seiner Gefangenen eine lebenslange Freundschaft. Enrico Loewenthal berichtet in seinen Erinnerungen, wie er sich als Siebzehnjähriger den Partisanen anschloss, wie er die harte Zeit überlebte und nach dem Krieg in Turin eine neue Existenz aufbaute. Und wie er sich später dafür einsetzte, den von den Nationalsozialisten nach Riga deportierten und ermordeten Juden, und damit auch seinen deutschen Verwandten, ein würdiges Denkmal zu errichten.

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Partisanenpfade im Piemont – Wanderlesebuch

Partisanenpfande im PiemontPartisanenpfade im Piemont. Orte und Wege des Widerstands zwischen Gran Paradiso und Monviso.

In Turin und den benachbarten Bergregionen kämpften zwischen September 1943 und Ende April 1945 Tausende gegen Faschismus und Nationalsozialismus. Das Wanderlesebuch der Politikwissenschaftler Sabine Bade und Wolfram Mikuteit erzählt ihre Geschichten.

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Klangcollage “Partigiani”

Stefan PoetzschExperimentelles Hörspiel

Eine Klangcollage zur Ausstellung “Partigiani”
von Stefan Poetzsch.

Originalstimmen von ZeitzeugInnen, Aufnahmen originaler Partisanenlieder und Textpassagen aus Büchern ergänzen eigene Arrangements und extra für dieses Projekt erstellte Kompositionen.

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