Wanderausstellung »Banditi e ribelli«

Die fotodokumentarische Ausstellung ›Banditi e ribelli‹ erzählt die Entwicklung des Partisanenkrieges in Italien zwischen 1943 und 1945. Kurze chronologisch aufgebaute Texte des Historikers Santo Peli und mehr als 120 Fotografien dokumentieren das Leben und die Anstrengungen der jungen Frauen und Männer, die gegen den Krieg, gegen Faschismus und gegen die Greuel der deutschen Besatzung kämpften.

Infos und Ausstellungstermine: http://www.banditi.org

Erlangen: 26. März bis 20. April 2018 im Rathaus (Foyer)
— BEGLEITPROGRAMM – VERANSTALTUNGEN —–

Mittwoch | 21.03.18 |20 Uhr | Selbstverwaltetes Zentrum im Wiesengrund
Wöhrmühle 7, Erlangen
CasaPound Italia
Mit Heiko Koch – Autor des Buches »CasaPound Italia. Mussolinis Erben« 

CasaPound nennt sich eine im Jahr 2003 entstandene faschistische Bewegung in Italien. Seit 2013 tritt sie auch zu Wahlen an und hat seit dem gut ein Dutzend Kommunalsitze erringen können. Zuletzt konnte sie im November 2017 in dem römischen Stadtteil Ostia 9 % der Stimmen auf sich vereinen. Für das Frühjahr 2018 visiert die Bewegungspartei, die sich in der Tradition der „revolutionären Jahre“ des italienischen Faschismus von 1919 – 1923 sieht, den Einzug in das italienische Parlament an.
CasaPound Italia dient europaweit vielen anderen rechten Bewegungen als Vorbild.

Artikel zu den aktuellen Ereignissen in Italien und CasaPound:
http://antifra.blog.rosalux.de/casapound-italia-on-the-rise-faschisten-des-dritten-jahrtausends-marschieren-mit-5-000-leuten-durch-rom/

Montag |26.03.18 |17:00 Uhr | Rathausfoyer
Eröffnung der Ausstellung »banditi e ribelli«
Mit einem der Kuratoren vom ISTORECO Reggio Emilia

Donnerstag | 12.04.18 | 20:00 Uhr | Stadtbibliothek | Marktplatz 1, Erlangen
Klangcollage »Projekt Partigiani« mit Stefan Poetzsch

Ein Hörspiel aus Interviews mit Zeitzeugen, Anklänge und Erweiterungen von Partisanenliedern, Wortfetzen, Literatur und Klang.
Eine Mischung aus live gelesener Literatur und Dokumenten, Klängen, Musik – gemischt mit O-Tönen.
Überlappungen von Text und Klang, die einen emotionalen Zugang zum Thema erlauben.

Stefan Poetzsch (Violine/Viola/Sounddesign) und Günter Leitzgen (Lesung) zeigen in der Aufführung eine überarbeitete Version der schon 2001 aufgeführten Urversion.
Die Klangcollage erhebt nicht den Anspruch einer Dokumentation, sondern ist eine klangliche Verarbeitung von Stimmen und Musik.
Originalstimmen von ZeitzeugInnen, Aufnahmen originaler Partisanenlieder und Textpassagen aus Büchern ergänzen eigene Arrangements und extra für dieses Projekt erstellte Kompositionen.
Die Originalstimmen, der im September 2000 befragten ehemaligen PartisanInnen, die nun mit einem gewissen Abstand über die damaligen Erlebnisse und Aktivitäten aus der Erinnerung berichten, haben ihren ganz eigenen Charakter. Die Stimmen der Übersetzer vor Ort sind oft in unbearbeiteter Form zu hören.
Für die Musik wurden Lieder der Resistenza bearbeitet und fließen in Form einzelner Töne, Klänge, Passagen oder typischer Rhythmik ein. Das musikalische Material entstammt überwiegend diesen Liedern. Die vorliegenden Melodien wurden als instrumentale Interpretationen bearbeitet.

Aus dem reichhaltigen Interviewmaterial wählte Stefan Poetzsch Informationen aus, die in gedruckter Form oder auch in anderem Zusammenhang nicht spektakulär genug wären oder durch die Form des Berichtes nicht in Frage kommen würden. Es werden auch Sätze oder Wortfetzen wiederholt, die von ihrer Bedeutung vielleicht unwichtig sind, durch die klangliche Hervorhebung aber Assoziationen wecken.

Bei der ausgewählten Literatur handelt es sich u.a. um Auszüge oder Splitter aus „Der verschollene Deutsche“ von Nuto Revelli – einem ehemaligen Partisanenoffizier – und „Für Violine Solo“ von Aldo Zargani, der als jüdisches Kind die Zeit der Judenverfolgung bei PartisanInnen überlebte.
Poetzsch/Leitzgen realisierten schon viele Klang/Text – Produktionen, z.B. im Rahmen des Ensembles Parkzone 4 (mehrere Aufführungen beim Hörkunstfestival Erlangen) oder mit dem Stefan Poetzsch Ensemble.

 

Klangcollage Stefan Poetzsch ** gefördert durch die

 

 

 

 

Freitag |13.04.18 |20:00 Uhr |Stadtbibliothek | Marktplatz 1, Erlangen
Die Resistenza und das Massaker von Cumiana
Mit Marco Comello, Historiker aus Cumiana

Gedenken an die Opfer auf dem Friedhof von Cumiana

In seinem Buch »Covo di banditi« beschreibt der Historiker Marco Comello aus Cumiana eines der größten Massaker während der deutschen Besetzung Italiens: 51 Zivilisten werden in Cumiana als Vergeltung für eine Partisanenoperation erschossen. Im Herbst 1999 erhob die Turiner Militärstaatsanwaltschaft in dieser Sache Anklage gegen Anton Renninger aus Erlangen. Nach Zeugenaussagen war er damals mit einer italienischen SS-Einheit unter deutschem Kommando in Cumiana. Anton Renninger starb im April 2000, bevor der Prozess beendet werden konnte. Besuche und Recherchen des Erlanger Bündnis für Frieden und des Vereins zur Förderung alternativer Medien in Cumiana im Jahr 2000 waren der Ursprung für eine Städtefreundschaft zwischen Cumiana und Erlangen.
Einleitend gibt es einen kurzen historischen Überblick zur Resistenza und der damaligen Situation in Italien.

 

Dienstag |17.04.18 | 20:00 Uhr | Volkshochschule  – vhs club INTERNATIONAL
Friedrichstr. 17 (Innenhof), Erlangen
»Ich mache das alles, weil ich es mir ausgesucht habe« – Frauen im italienischen Widerstand
Mit Nadja Bennewitz, Historikerin M.A.

Sie haben mit der Waffe gekämpft, nahmen politische Führungspositionen ein, überbrachten als Stafetten Nachrichten und Munition, gründeten Frauenverteidigungsgruppen und organisierten Streiks – der Widerstand italienischer Frauen gegen Faschismus und deutsche Besatzung von 1943-45 war nicht weniger konsequent als der von Männern. Dass ihr Geschlecht jedoch immer eine Rolle spielte, erfuhren sie von den deutschen Besatzern und spätestens bei der Befreiung auch von ihren eigenen Genossen: Bei den Umzügen durch die Städte nach ihrer Befreiung im April 1945 durften Frauen nicht in den Partisanenformationen mitlaufen. Ihrer Bedeutung sind sich die Partisaninnen dennoch bis heute bewusst: »Die Arbeit der Frauen war das Rückgrat der resistenza«, so Annita Malavasi, Kampfname »Laila« bei einem Interview.

Donnerstag |19.04.18 |20:00 Uhr | Lesecafé
Hauptstraße 55 (Altstadtmarktpassage), Erlangen
Im märkischen Sand – NS-Massaker an italienischen Militärinternierten
Mit Filmemacher Matthias Neumann und Regisseurin Nina Mair

Am 23. April 1945 wurden in einer Sandgrube bei Treuenbrietzen (Brandenburg) 127 italienische Zwangsarbeiter – sogenannte Militärinternierte – von Angehörigen der deutschen Wehrmacht erschossen. Das Massaker wurde vergessen. Doch dann kehrt die Geschichte zurück. Als die Bewohner der Stadt beginnen, sich der Vergangenheit zu stellen, kommen verdrängte Erinnerungen hoch an die Gewaltexzesse der letzten Kriegstage, die im historischen Gedächtnis der Stadt lange verborgen geblieben waren.
Die deutsch-italienische Webdoku „Im märkischen Sand“ ist eine crossmediale, interaktive Auseinandersetzung mit der Geschichte der italienischen Militärinternierten. Entlang einer Auswahl einzelner Filmepisoden stellen der Filmemacher Matthias Neumann und die italienische Regisseurin Nina Mair diese Geschichte im Dialog mit dem Publikum vor.

Ausstellungsführungen mit Nadja Bennewitz, Historikerin M.A.:
Mittwoch, 28.3.18, 17.00 Uhr | Mittwoch, 11.4.18, 17.00 Uhr | Mittwoch, 18.4.18, 17.00 Uhr
Treffpunkt: Eingangsbereich Ratshausfoyer, Rathausplatz, Erlangen
Öffnungszeiten des Rathauses außerhalb der Führungen:
Montag, Dienstag, und Donnerstag: 8 bis 18 Uhr | Mittwoch und Freitag: 8 bis 12 Uhr

Termine für Gruppenführungen auf Anfrage: Nadja Bennewitz

Ausstellung und Veranstaltungen mit Unterstützung von und in Kooperation mit:

       

                         Bismarckstrassenfest Erlangen