
Mit ihrem Buch »Kampfzone Ossola« rücken die beiden Schweizer Historiker Raphael Rues und Andrej Abplanalp ein oft vergessenes Kapitel des Zweiten Weltkriegs ins Licht: den Partisan*innenkampf rund um das Städtchen Domodossola. Auf rund 1800 Quadratkilometern bekämpften sich zwischen 1943 und 1945 einheimische Partisan*innen, italienische Faschisten und deutsche Besatzungstruppen. Dass die nahe Schweiz dabei alles andere als neutral war, zeigen die Geschichten zahlreicher Protagonist*innen, welche minutiös dokumentiert werden.
«Kampfzone Ossola» hat in der Schweizer Politik für Furore gesorgt und war einer der Hauptgründe, wieso das eidgenössische Parlament zurzeit über die Rehabilitierung von Schweizer*innen debattiert, welche die italienische Resistenza unterstützt haben. Diese wurden dafür vielfach zu Haftstrafen und Bussen verurteilt.
Raphael Rues ist Spezialist für die Geschichte des Tessins und der deutsch-faschistischen Beziehungen während des Zweiten Weltkriegs. Andrej Abplanalp hat zur Partisanenrepublik Ossola geforscht und ist heute Kommunikationschef des Schweizerischen Nationalmuseums.
Raphael Rues, Andrej Abplanalp: Kampfzone Ossola – Der Widerstand an der Schweizer Südgrenze 1943-1945, Verlag Hier und Jetzt, Zürich 2026, 3. Auflage