Jetzt sind wir an der Reihe

Buchtitel "Jetzt sind wir an der Reihe"

Das Massaker von Cumiana und der Widerstand im Piemont 1943 – 1944

Marco Comello hat ein spannendes und anschauliches Buch über die Zeit der deutschen Besatzung in Italien während des Zweiten Weltkriegs geschrieben. Gruppiert um die Erschießung von 51 Bewohnern der Gemeinde Cumiana bei Turin durch die SS vor 60 Jahren, erzählt der Historiker die Geschichte des zwanzig Monate währenden Widerstands im Piemont.

In das Deutsche übersetzte Neuauflage des Buches über das Massaker von Cumiana und die Geschichte des Widerstands gegen die deutsche Besatzung im Piemont 1943 – 1945.

236 Seiten, 34 Abbildungen, ISBN 3-00-011977-9

Herausgerberin: Verein zur Förderung alternativer Medien
Feldstr. 22, 91052 Erlangen,  E-Mail

Das Buch ist leider vergriffen, vielleicht gibt es eine Neuauflage.

Marco Comello hat ein spannendes und anschauliches Buch über die Zeit der deutschen Besatzung in Italien während des Zweiten Weltkriegs geschrieben.
Gruppiert um die Erschießung von 51 Bewohnern der Gemeinde Cumiana bei Turin durch die SS im April 1944, erzählt der Historiker die Geschichte des zwanzig Monate währenden Widerstands (La Resistenza) im Piemont.

Leseprobe: An diesem 1. April notierte Don Pozzo in seinem Tagebuch:

„Gegen 14 Uhr erreichen starke Einheiten der Deutschen und der Repubblicani das Dorf und beginnen eine groß angelegte Durchkämmungsaktion. Hunderte von Menschen werden am Ortseingang von Cumiana zusammengetrieben.“

Dem Kommandanten der SS-Einheit war es gelungen, sich mit einigen Untergebenen in Sicherheit zu bringen und das deutsche Kommando in der Missionsschule von der Beschießung zu unterrichten.
Sofort begannen die Vergeltungsmaßnahmen: Mit Ertönen des Alarmsignals versammelte sich das gesamte VII. Bataillon im Hof der Kaserne. Weitere Truppen in Pinerolo und Turin wurden alarmiert. In Kürze war der ganze Ort besetzt: Überall wurden Straßensperren errichtet, am Ortseingang, auf den Straßen hin zur Ebene, auf allen befahrbaren Wegen, die aus Cumiana herausführten. Alle männlichen Fahrgäste mussten die Autobusse verlassen, die die Evakuierten und Pendler nach Hause brachten, während zur gleichen Zeit Soldaten brutal Häuser und Wohnungen im Zentrum räumten. Mindestens 130 Personen wurden im Laufe der Razzia verhaftet. Man trieb sie auf der Straße zusammen, die zum Ortsteil Bivio und in Richtung Missionsschule führt.
Die deutsche Verstärkung, angerückt aus Pinerolo und Turin, trat um 16 Uhr in Aktion. Sie richtete ihr Hauptaugenmerk auf die Mühle und das Haus der Familie Canale – die Schauplätze der Schießerei. An die mit einem „X” gekennzeichneten Türen legte die SS Feuer. Die Feuergewalt vernichtete in wenigen Stunden alles. Einzig die Frauen und die Priester waren noch im Ort, die versuchten, in dem allgemeinen Chaos etwas zu retten. Irgendwo gelang es die Militärabsperrung zu überwinden und einige Kleidungsstücke vor den Flammen zu retten. Die Familie Ruffinatto, Eigentümerin der Mühle, musste hilflos mit ansehen, wie ihr Haus nieder brannte, ohne dass sie etwas aus dem Besitz oder ihre Ersparnisse hätte retten können.
Luigi Losano, Lehrer an der Schule des Bergdorfes Burdino, wurde verhaftet, als er gerade mit dem Fahrrad zurückkehrte. Er zählte später die Verhafteten: Als der Befehl zum Abmarsch in Richtung Missionsschule gegeben wurde, waren es 27 Reihen à fünf Personen, die fortgebracht wurden. Die Verhaftung der Einwohner war wahllos erfolgt: Unter den Gefangenen befanden sich 16-jährige Jugendliche und 70-jährige Greise, Männer aus den unterschiedlichsten Schichten, sogar der Dorfpolizist Cesare Baudino stand mit den anderen in einer Reihe. Doktor Ferrero wurde, obwohl er sich um die verletzten Soldaten gekümmert hatte, auch als Geisel genommen: Er musste die SS-Offiziere in seinem Wagen zur Missionsschule fahren. Einige Zivilisten, allerdings nur sehr wenige, wurden im allerletzten Moment frei gelassen, möglicherweise weil sie doch zu jung oder zu alt waren. Unter starker Bewachung führte man die Gefangenen in Richtung Missionarsschule ab.

Das Buch ist leider vergriffen, vielleicht gibt es eine Neuauflage.