Laura Polizzi über das Frauenbild nach 1945

Laura „Mirka“ Polizzi in den 1950er Jahren auf einer Wahlveranstaltung
Laura „Mirka“ Polizzi in den 1950er Jahren auf einer Wahlveranstaltung

„Du musstest gleichzeitig Hausfrau, Partei­funktionärin, Mutter sein …‘‘

Laura „Mirka“ Polizzi kämpfte in der Resistenza, dann arbeitete sie als Funktionärin der Kommunistischen Partei (PCI). Der PCI hatte den höchsten Frauenanteil unter den Parteien, auch innerhalb der Führungspositionen. Dennoch hielt er am traditionellen Frauenbild und bürgerlichen Geschlechterverhältnis fest. Im Partisanenverband ANPI war Polizzi Vorsitzende der Frauensektion und Teil des Vorstands auf nationaler Ebene.
Am 22. Januar 2011 ist Laura Polizzi mit 86 Jahren in ihrer Wohnung in Parma gestorben. „Forza, non è finita“ – „Vorwärts, es ist nicht vorbei!“, hieß es bei ihrer Beerdigung.

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Neue Rechte auf Italiens Straßen

CasaPound-Parteizentrale in Rom
CasaPound-Parteizentrale in Rom

Die Neofaschisten von CasaPound haben sich etabliert

In Deutschland relativ unbeachtet hat es in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Veränderung am rechten Rand der italienischen Politik gegeben. Die Rede ist von der faschistischen Bewegung »CasaPound Italia«, deren Mitglieder sich stolz »i fascisti del terzo millennio « (Faschisten des dritten Jahrtausends) nennen. Gegründet 2003, schaffte es CasaPound, sich von Rom aus über ganz Italien zu verbreiten. Bis zum Jahr 2012 verstand sich CasaPound allein als Bewegung. Seit 2013 nimmt sie auch an Wahlen teil. Mit ihren angeblich 4000 Mitgliedern ist CasaPound verglichen mit den traditionellen rechten Parteien relativ klein, gilt aber öffentlich als nicht korrumpiert und verfügt über ein unverbrauchtes und modernes Image.

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Widerstand klein geredet

Ein Kommentar zur italienisch-deutschen Historikerkommission

Am 18. November 2008 trafen sich Kanzlerin Angela Merkel und ­Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi in Triest. Die ­beiden Außenminister Frank-Walter ­Steinmeier und Franco Frattini nahmen ebenfalls an dem Treffen teil. Hauptthema des ­Gipfels war eine beabsichtigte ­Klage Deutschlands gegen Italien beim Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag, weil die italienische Justiz die Immunität der BRD verletzt habe.
Die wichtigste Entscheidung des Gipfels in Triest war die ­Bildung ­einer mit italienischen und ­deutschen Forschern ­besetzten Historiker­kommission mit dem ­Auftrag, eine ­gemeinsame ­Aufarbeitung der deutsch-­italienischen Kriegs­vergangenheit zu leisten. Im März 2­009 nahm sie die Arbeit auf, und bald machte in den Medien das Wort von der Alibifunktion, die die ­Historiker zu erfüllen hätten, die Runde.

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Annita Malavasi: „Ich muss weiter kämpfen!“

Laila
Annita Malavasi bei einem Zeitzeuginnengespräch 2006

Für viele Männer und Frauen der Resistenza hörte der Kampf nicht mit dem 25. April1945 auf. Frauen wie Annita „Laila“ Malavasi  wollten nicht in das traditionelle Frauenleben ­zurückkehren. Sie engagierten sich sozial und politisch in der ­italienischen Nachkriegsgesellschaft.

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Der rote Faden der Geschichte

Marcia della memoria", der Marsch der Erinnerung Marsch der Erinnerung Teilnehmer des Marsches der Erinnerung Wandbemalung in dem Dorf Vestignano

Die "Marcia della memoria", der Marsch der Erinnerung zu Orten von Partisanenkämpfen und deutschen und faschistischen Massakern, wurde in der Region der Marken zum 25. April 2006 zum dritten Mal organisiert. 
Rechts: Wandbemalung in dem Dorf Vestignano, Marken
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Ein Kommentar zur Debatte um die Bedeutung der Resistenza in Italien

Es gibt einen roten Faden, der Männer und Frauen durch die Geschichte hindurch und über die ganze Welt hinweg verbindet. Auch wenn jede Generation den Sinn der Geschichte auf ihre Weise auslegt, auch wenn junge Menschen entscheiden, auf welcher Seite sie stehen und agieren möchten, so gibt es doch Kommunikation und Austausch zwischen den Generationen.

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Die verratene Resistenza

1977

Die Bedeutung der Resistenza für die Nachkriegsgesellschaft und die Neue Linke

Durch die Breite der Resistenza fanden sich viele Widersprüche der italienischen Nachkriegsgesellschaft auch in ihr wieder. In der PCI bestand ein deutlicher Unterschied zwischen dem PCI-Überbau, der auf Machtbeteiligung und nationale Einheit setzte, und der Basis, die auf eine soziale Revolution drängte.

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Revisionismus in der Debatte um Resistenza und Faschismus in Italien

Den Unterschied zu vergessen, bedeutet den Sinn der Geschichte aufzugeben

Es geht hier auch um einen besonderen Fall von öffentlichem Umgang mit der Geschichte. In den großen italienischen Tageszeitungen spiegelt er sich in der Auseinandersetzung zwischen einer politischen Kultur antifaschistischer Prägung und einem historischen Revisionismus, unterstützt durch das Mitte-Rechts Lager, wieder.

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Viganò, Calvino, Fenoglio

Widerstandsliteratur

In Deutschland nur lückenhaft bekannt sind sowohl die historisch-realen Aktionen italienischer Partisanen als auch dem literarischen Werke, die ab etwa 1944 aus diesen Aktionen hervorgingen. Der Grund: Im Klima des ab 1945 immer kälteren Kalten Krieges schienen die Übersetzung, Veröffentlichung und Analyse bestimmter Autoren „drüben“ wie „hüben“ nicht opportun. Der Vortrag will daher durchaus bekannte Schriftsteller wie Elio Vittorini, Italo Calvino oder auch Cesare Pavese behandeln. Der Schwerpunkt soll jedoch auf – hierzulande – unverdient weniger vertrauten Namen liegen: Beppe Fenoglio, Stefano Terra, Renata Viganò, Silvio Micheli und anderen.

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